Aufs Glatteis

Im Frühwinter kann es vorkommen, dass kleinere Seen zu herrlichen Eisbahnen gefrieren. Dann nämlich, wenn über längere Zeit die Temperatur tief im Keller bleibt und kein Schnee fällt. Der See ist dann schwarz gefroren, heisst es. Und lädt zum Eislaufspass ein, falls die Behörden ihn freigegeben haben.

Wie das knirscht und quietscht, einfach herrlich. Jauchzend drehen Fabian und  Andrin noch eine Runde. Und noch eine. Und noch eine. Für sie könnte das immer so weitergehen, immer so ein Winter sein. Auf der Eisfläche lassen ihre Kufen feine weisse Rillen zurück. Spiegelglatt und völlig durchsichtig ist das Eis, und es glänzt tiefschwarz. Schwarzeis – das ist so etwas Schönes! Vor allem auch, weil es ein seltenes Naturphänomen ist, jetzt, wo auch die Winter immer wärmer werden. Doch in den letzten Wochen sind die Temperaturen wieder einmal über längere Zeit tief im Keller gelegen. Und vor allem ist noch kein Schnee gefallen.

Auch nicht in dieser Höhe, auf 1665 Metern über Meer, auf dem Oberstockensee. Einem Bergsee im bernischen Simmental, auf der Rückseite des markanten Stockhorn. Kein Schneefall und tiefe Temperaturen: Beide sind wichtige Voraussetzungen, damit der See gefrieren und sich dieses legendäre Schwarzeis bilden kann. Wer schon einmal auf Kufen über eine so gefrorene Fläche geglitten ist, lässt alles andere liegen, wenn es wieder mal soweit ist. Ski, Snowboard, Schlitten, sie alle können zuhause im Keller bleiben. Nicht aber die Schlittschuhe! Und wer möchte, packt dazu noch einen Stock und den Puck mit ins Gepäck. Denn was gibt es Schöneres, als sich mit Freunden einen kleines Hockeymätschli zu liefern? Oder auch einfach ruhig über die Eisfläche zu gleiten und sich dem Rausch der Geschwindigkeit und der Weite hinzugeben.

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