Aosta Steinbock 1

Bergidylle auf Schritt und Tritt

Cogne im Aostatal ist das Tor zum Wanderparadies abseits des Massentourismus.
Text & Bilder: Esther Wyss / Tourismus Lifestyle Verlag

Die kleinste Region Italiens wartet eingebettet zwischen Viertausender mit geschichtsträchtigen Orten, sportlichen Herausforderungen, einem gut ausgebauten Wanderwegnetz und kulinarischen Köstlichkeiten auf. Das Tal grenzt nördlich an die Schweiz, westlich an Frankreich, südlich und östlich an die Region Piemont. Der Sommer ist die ideale Jahreszeit, um das Aostatal fernab vom Massentourismus zu entdecken. Die Alpenregion lockt mit 14 Tälern, unzähligen Seen, über 200 Gletschern und zahlreichen über 4000 Meter hohen Gipfeln. Die Schönheit dieses legendären Naturerbes kann am besten wandernd entdeckt werden.

Im Nationalpark von Valnontey unterwegs auf der Suche nach Wildtieren

Ältester Nationalpark Italiens

Cogne ist das Tor zum ältesten und grössten Nationalpark Italiens. Er umfasst 70’000 Hektare und reicht von der nur 800 Meter hochgelegenen Talsohle bis hinauf zum Gipfel des Gran Paradiso auf 4061 Meter. Die Täler Valnontey, Valsavarenche und das Val di Cogne laden zum Wandern, Erholen und zu weiteren Aktivitäten ein. Von Cogne aus spazieren Besucher durch bunte Blumenwiesen, entdecken mit etwas Glück Steinböcke, Gämsen und Murmeltiere und schauen dem Bartgeier beim majestätischen Flug zu. 

Abseits der Massen

Wir beginnen unsere leichte Wanderung in Valnontey. Schon nach kurzem Wegstück bleibt Wanderführer Stefano stehen. Vor uns äsen Gämse. Eine hebt den Kopf und beäugt uns aufmerksam. Nach kurzem Zögern frisst sie seelenruhig weiter. Stefano zeigt auf etliche Blumen am Wegrand, kennt alle ihre ihre Namen. Am Nachmittag wandern wir zu den mehrstufigen Wasserfällen von Lillaz. Tosend stürzen die Wassermassen über die Felsen. Die zweite Kaskade bietet ein prächtiges Schauspiel, wenn die Wasser schäumend in ein riesiges Becken hinunterstürzen. Im Winter ist der Wasserfall ein Eldorado für Eiskletterer. 

Im Nationalpark von Valnontey unterwegs auf der Suche nach Wildtieren

Auf du und du mit den Steinböcken

Das Rhêmes-Tal ist ideal für diejenigen, die Ruhe und Erholung in einer natürlichen Umgebung suchen und weite Spaziergänge und Wanderungen lieben. Hier treffen wir den Ranger Giovanni, der uns auf eine Tour mitnimmt. Alpenblumen blühen am Wegrand, tiefblaue Enziane leuchten wie dunkle Sterne, Soldanellen spriessen, kaum dass der Schnee geschmolzen ist. Unser Weg führt über einen Bach und steigt steil an. Überrascht bleiben wir vor eine Gruppe Steinböcke stehen. Die prächtigen Tiere lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. 

Mit etwas Glück und Geduld begegnen Wanderer im Nationalpark Gran Paradiso Steinböcken.

Immer dem Fluss entlang

Mit dem vor kurzem eröffneten Cammino Balteo bietet das Aostatal im Norden ein ganz besonderes Wandererlebnis. Der 350 Kilometer lange Rundwanderweg ist in 23 Etappen eingeteilt und auf mittlerer Höhe angelegt. Er ist auch für Familien attraktiv. Der Weg ist eine faszinierende Reise durch Kultur und Geschichte. Der Schmetterlingsweg (Etappe 17) führt uns hoch über der Schlucht des Wildbaches Grand-Eyvia dem Hang entlang bis zur römischen Brücke Pont d’Ael. Das Aquädukt wurde im Jahre 3 v. Chr. erbaut und diente zur Bewässerung und zur Erzwäsche. Das technische Meisterwerk besteht aus einem wasserdichten Kanal und einem darunterliegenden Durchgang für Menschen und Tiere.

Schäumend sprudelt das Wasser der Lillaz Wasserfälle über kantige Felsen und tiefe Spalten und ergiesst sich in ein steinernes Becken.

Gut zu wissen

Der Nationalpark Gran Paradiso hat drei Besucherzentren. Man kann geführte Wanderungen buchen. Hotel Bellevue: eine gehobene Unterkunft in Cogne mit Aussicht auf den Nationalpark.  Das Hotel trumpft mit einem modernen, grosszügigen Spa, verfügt über drei vorzügliche Restaurants, einen hervorragenden Weinkeller, einen Käsekeller und eine eigene Bäckerei. Wer es gerne ruhig mag, ist im abseits gelegenen Guest House La Statione delle Aqua an der richtigen Adresse. Die Zimmer sind geschmackvoll eingerichtet und die Gastgeber sind äusserst zuvorkommend und freundlich.  

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