Zeugenberg Hohenstaufen; Bildnachweis: TMBW / Lengler

Ein Schritt zum Sitz der Staufer

Einst residierte das schwäbische Adelsgeschlecht auf dem Hohenstaufen. Heute fungiert der Kaiserberg als vielseitiges Wanderziel mit weiter Sicht.
Michael Lehner

Sie kamen in der Mitte des 12. Jahrhunderts an die Macht, sie stellten mehrere römisch-deutsche Kaiser und sie prägten das damalige Europa mit der Gründung von Universitäten und Städten: Damit waren die Staufer das mächtigste schwäbische Adelsgeschlecht. Als ihren Sitz hatten sie sich den Hohenstaufen ausgesucht – auf den bekanntesten der drei sogenannten Kaiserberge führt heute die gut elf Kilometer lange Staufer-Runde. Wer hier wandert, geniesst somit nicht nur die Kulturlandschaft der Schwäbischen Alb, sondern unternimmt auch eine spannende Zeitreise.

Täuschend echt: Mittelalterliche Burgspeisen. © TMBW, Gregor Lengler

Zu Tisch im Schloss

Die Tour startet bei der Burg Wäscherschloss in Wäschenbeuren. Das ab 1220 erbaute Gebäude war Teil der vorgelagerten Befestigung des Hohenstaufen. Zehn Meter hoch ragt die aus Buckelquadern errichtete Mauer um das Gebäude in den Himmel, das Innere hingegen ist erstaunlich wohlig und wohnlich: Man tritt im ersten Stockwerk in einen Saal mit grossem Kamin und Bleiglasfenstern und erwartet, dass jeden Moment der Burgherr erscheint und zu Tisch bittet. Auf einer langen Holztafel sind täuschend echt aussehende mittelalterliche Speisen ausgestellt, und aus dem später entstandenen Saal im zweiten Stock schweift der Blick bis auf den Kaiserberg.

Gehörte einst den Staufern: Burg Wäscherschloss. © TMBW, Gregor Lengler

Idylle vor dem Aufstieg

Weiter geht die Runde zur sogenannten Spielburg: Rund um diesen riesigen Felsbrocken erstreckt sich ein schönes Naturschutzgebiet mit wildem Salbei und knorrigen Bäumen. Hier tanken Wanderer Kraft für den abwechslungsreichen Aufstieg auf den Hohenstaufen. Mal verläuft der Weg flach und parallel zum Berg, mal schlängelt er sich steil hinauf. Unverhofft tritt man am Ende auf die Lichtung am Gipfel. Hier präsentieren sich eine fast drei Meter hohe Stauferstele aus Marmor, die Ruine der Stauferburg und der Ausblick auf Rechberg und Stuifen – es sind die anderen beiden Kaiserberge der Schwäbischen Alb.

Weite Sicht auf dem Kaiserberg. © TMBW, Gregor Lengler

Zu Keltengrab und Flösserpfad

Die Geschichte von Baden-Württemberg lässt sich natürlich nicht nur auf der Staufer-Runde verfolgen. Ebenso spannend präsentiert sich der Wanderweg Heuneburg: Auf dieser Strecke lässt sich schliesslich die älteste Stadt Deutschlands zu Fuss umrunden, wobei die 10,6 Kilometer unter anderem zu keltischen Grabhügeln führen. Im Kinzigtal erinnert der Flösserpfad derweil an die Periode zwischen dem 15. und 20. Jahrhundert, als der Schwarzwald die europäische Hochburg des Holzhandels und der Flösserei war. Zwischen Lossburg, Alpirsbach und Wolfach vermitteln Themenstationen und Museen am Wegesrand mehr zu diesem Kultur- und Naturerbe.

www.tourismus-bw.de

Schnupperabo

Erhalten Sie zwei aktuelle Ausgaben. für CHF 20.–

Jahresabo

Jahresabo (6+2 Ausgaben) für CHF 98.– bestellen!

2-Jahresabo

2-Jahresabo (12+4 Ausgaben) für CHF 164.– bestellen!
Facebook
Twitter
LinkedIn
Pinterest