Bizarre Felsformationen säumen den Weg. © Teddy Verneuil

Felsenmeer weckt Wanderlust

Im Herbst präsentiert sich die Rosa-Granit-Küste von ihrer schönsten Seite. Am besten lässt sich das bretonische Naturerbe dabei auf einer dreitägigen Wanderung erkunden.
Michael Lehner

Mit 16 Kilometern und vier Stunden Wanderzeit zeigt sich die erste Tagesetappe der Wanderung moderat. Als Ausgangspunkt dient Lannion – die mittelalterliche Stadt gilt als Tor zur Rosa-Granit-Küste. Die reich verzierten Fachwerk- und Schieferhäuser und das alte Kloster mit seinem Kreuzgang sind vor dem Abmarsch zwar sicher noch eine kleine Erkundungstour wert. Dann aber geht es dem Fluss Léguer entlang Richtung Meer; bald taucht mit der Landspitze Pointe Servel der Eingang zur Mündung auf. Beim folgenden Pointe de Beg Léguer bietet sich vor allem ein schöner Strandblick, sehr felsig scheint die Umgebung hier noch nicht. Das ändert sich gegen Ende der Etappe mit den Klippen von Pors Mabo und dem Pointe de Bihit. Letzteres ist eine wunderschöne, naturbelassene Halbinsel, die man auf einem einfachen Trampelpfad umrunden kann. Den ersten Tag lassen Wandernde schliesslich im Hafen von Trébeurden ausklingen.

Runde auf der grossen Insel

Vor dem Start in die zweite Etappe lohnt sich ein Blick auf die Küste: Gleich vor Trébeurden liegt schliesslich das kleine Eiland Millau, das sich bei Ebbe zu Fuss erkunden lässt und sich als Paradies für Botaniker entpuppt. Danach führt der Weg weiter in nördlicher Richtung. Lange Sandstrände gibt es immer noch zur Genüge, aber der rosa Granit wird nun immer präsenter. Nach einer Schlaufe ins Landesinnere führt die Route über eine Brücke auf die Île Grande. Auch die «grosse Insel» ist ein Natur-Hotspot: Auf einem Rundgang können Wandernde dort ein Rettungszentrum für Seevögel besuchen, die weissen Kieselsteine über dem rosa Granit an der Küste bewundern und ein steinernes Megalithgrab umrunden. Dann geht’s zurück ans Festland: Die zweite Etappe endet in Pleumeur-Bodou – als Wahrzeichen der bretonischen Gemeinde fungiert die grosse weisse Kugelantenne Radôme mit ihrem Museum.

Bei Perros Guirec leuchtet der Granit besonders schön. © Alexandre Lamoureux

Viel Rosa zum Schluss

Bereit für weitere 26 Kilometer? Vom Küstenort Pleumeur-Bodou führt die dritte Etappe erneut kurz ins Landesinnere. Die Strecke verläuft an den Freizeit- und Entdeckungswelten des Parc du Radôme vorbei, doch bald erreicht man wieder die Küste. Dort stechen einem sofort zahlreiche kleine und grosse Inseln ins Auge. Sie tragen Namen wie Île de Seigle, Île aux Lapins oder Île Tanguy – besonders die Halbinsel Renote ist mit ihrem imposanten Panorama aber einen Abstecher wert. Über die Bucht von Sainte Anne erreichen Wandernde letztlich das Ziel im Hafen von Ploumanac’h (Perros Guirec). Das ehemalige Fischerdorf ist mittlerweile ein berühmter Badeort, was vor allem an den fantastischen, bizarren Felsformationen aus rosa Granit liegt.

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