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Von Siders bis zum Talabschluss

Rustikale Walliser Bergdörfer, weite Naturlandschaften und hohe Gipfel: Auf den fünf Etappen dieser Wanderung zeigen sich sämtliche Facetten des Val d’Anniviers.
Michael Lehner

Ausgangspunkt der Tour ist Siders – der Bezirkshauptort am rechten Rhône-Ufer wird auch «Stadt der Sonne» genannt und lädt zum Verweilen ein. Andererseits lockt bereits der Bus ins Val d’Anniviers: Von der Haltestelle Pontis aus lässt sich das Zwischenziel Chandolin entweder mit einem direkten Aufstieg oder mit einem Schwenker zur Alp Ponchet erreichen. Keinesfalls sollte man sich dabei einen Blick auf den tiefen Illgraben mit seinem weichen Dolomitengestein entgehen lassen. Vom sonnenverwöhnten Chandolin aus gibt es ebenfalls zwei Varianten bis St-Luc: Entweder von unten durch das historische Dorf oder weiter oben durch einen kühlen Wald.

Typische Walliser Chalets hoch über dem Rhonetal. ©Sierre Anniviers Marketing

Immer den Planeten nach

Auch St-Luc ist mit seiner Sternwarte und den alten Mühlen allemal einen Abstecher wert. Danach kann der Auftakt zur zweiten Etappe mit einer Standseilbahnfahrt nach Tignousa abgekürzt werden – oben bietet sich ein herrliches Alpenpanorama samt Matterhorn. Der Weg zum 1882 erbauten Hotel Weisshorn verläuft nun erst dem interessanten Planetenweg entlang. Beim altehrwürdigen Gebäude auf 2337 m ü. M. angekommen, sollten Feinschmecker dann unbedingt den berühmten Blaubeerkuchen kosten. Der Spaziergang führt weiter auf angenehmen Wegen zur Alpage de Nava und dann zur Alpage de la Barneuza. Nun verändert sich die Landschaft, und es folgt der Abstieg nach Zinal.

Nach St-Luc verläuft ein Teil der Route auf dem Planetenweg. ©Sierre Anniviers Marketing

Blick auf den Bergsee

Die dritte Etappe beginnt im Ferienort ganz hinten im Val d’Anniviers. Das Dorf unter der «Kaiserkrone» ist ein Eldorado für Naturfreunde; das zeigt sich auch auf dem nun folgenden Aufstieg von Navizence (1653 m ü. M.) über Fêta d’Août bis zum Col de Sorebois (2835 m ü. M.). Mit etwas Glück entdeckt man auf den Alpweiden ein paar Murmeltiere, und vom Gipfel aus lässt sich der Moiry-See aus der Vogelperspektive bewundern. Jetzt schliesst sich der lange Abstieg Richtung Grimentz an; der Abschnitt folgt teilweise dem Fluss Gougra und wird auch von Bikern gerne genutzt.

Ein lauschiges Rastplätzchen unterwegs. ©Sierre Anniviers Marketing

Über den Grat nach Vercorin

Grimentz ist mit seinen geraniengeschmückten Gässchen wirklich ein Kleinod der Walliser Bergkultur.
Doch auch die Umgebung präsentiert sich zu Beginn der vierten Etappe reizvoll: Die Wanderung folgt erst der Route der Gondelbahn und quert bald den duftenden Lärchenwald, bald die malerischen Weiden der Orzival-Alp auf 2100 m ü. M. Dort verzweigt sich der Weg: Entweder steigt man weitere 500 Höhenmeter nach La Brinta auf und steigt dann über den Grat nach Vercorin ab, oder das Tagesziel wird via Alp Tracuit und Sigeroulaz erreicht.

Abschluss im Schutzgebiet

Wie ein Adlerhorst thront Vercorin hoch über Siders. Die fünfte und letzte Etappe bringt einen von hier aus ins nahe Naturschutzgebiet Vallon de Réchy. Nach kühlen Waldwegen mit Blick auf das Rhonetal kommt das Plateau mit seiner so reichen wie seltenen Flora in Sicht. Die Mäander des Ar du Tsan, der Lac du Louché und der lokale Wasserfall sorgen bis zur Rückkehr nach Vercorin für einige Highlights. Da der anschliessende Abstieg nach Siders äusserst steil ist, wird für den letzten Teil das Postauto empfohlen.

Gletscherpanorama im hinteren Tal. ©Sierre Anniviers Marketing

www.valdanniviers.ch

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