Am Hafen von Romanshorn endet die Tour. © Thomas Staub

Zwischen zwei Kantonen

Mit Strandbad, Schilf und Apfelbaum: Die Strecke zwischen Rorschach und Romanshorn ist einfach, aber vielseitig – und eignet sich damit perfekt für eine sommerliche Bodensee-Wanderung.
Michael Lehner

Riegelbau zum Staunen: Altstadt von Arbon. © Perretfoto

Nur immer nach Nordwesten: Dieser familiäre Ufer-Spaziergang über 17 Kilometer ist flach und die Wege sind breit. Wo die Bodensee-Fähre ankommt, könnte also eigentlich gleich die etwa vierstündige Tour beginnen. Im Hafen von Rorschach trifft man zuerst aber noch auf das historische Kornhaus, das an den einstigen regen Getreidehandel in der St.Galler Seestadt erinnert. Heute ist darin ein modernes Kunstmuseum untergebracht – das «House of Digital Art» ist vor dem definitiven Aufbruch somit sicher noch einen Blick wert. Danach spazieren Wandernde endlich gemütlich Richtung Goldach. 

Familie mit Velos am Seesteg beim Widihorn in Egnach..© Foto: Christof Sonderegger

Mehrfach über die Grenze

Schatten ist auf dieser ebenen Strecke rar. Also gilt es, den Sonnenhut aufzubehalten und die Sonnencreme nicht zu vergessen. Dafür kommt man unterwegs auch immer wieder an Badeplätzen vorbei, die für Erfrischung sorgen – bereits Rorschach verfügt über eine spektakuläre Badehütte. Die Route führt zu Beginn allerdings erst etwas erhöht der Rorschacher Bucht entlang und über den Bach Goldach, bis man auf dem Gebiet der Gemeinde Horn für kurze Zeit den Kanton Thurgau betritt. Der Uferweg erstreckt sich nun zum ehemaligen Fischerort Steinach, der wiederum zu St.Gallen gehört. Das alte Dorfzentrum und seine prächtigen Bürgerhäuser sind ein Hingucker, ebenso der Pfad, der jetzt dem See entlang nach Arbon und damit endgültig in den Thurgau führt.

Erfrischung vor dem Start: die Badhütte Rorschach. © Daniel M. Frei, info@shotmedia.com

Im Reich der Apfelbäume

Auch die Altstadt Arbons mit ihren Riegelhäusern, dem Schloss auf einem Hügel und der St.-Martins-Kirche bietet sich für einen Zwischenstopp an: Die Kleinstadt gehört zum Inventar der schützenswerten Orte, und bei klarer Sicht schweift der Blick bis zurück zum Ausgangspunkt in Rorschach. Spätestens unten an der Arboner Seepromenade nimmt die Wanderung dann aber wieder nordwestliche Fahrt auf. Erst bahnt sich die Strecke ihren Weg über die Stege im Schilfgürtel von Seemoosriet, dann verläuft sie den Bahngeleisen entlang nach Egnach. Thurgauer Apfelbäume gehören dort natürlich zum Programm: Die Gemeinde ist vom Obstanbau geprägt, verfügt aber auch über ein schönes Seebad.  

In Egnach sind Äpfel omnipräsent. © Roland GerthSchweiz, Kanton Thurgau

Eidechsen als Begleiter

Am verstecken Schloss Luxburg vorbei und über grüne, wilde Blumenwiesen geht es weiter zum Uferbereich der Gemeinde Salmsach. Auf einer grossen Wiese und an der Feuerstelle am See können Wandernde noch einmal rasten oder einen Cervelat grillieren. Danach wird es erneut wild: Im Naturschutzgebiet Aachmündung huschen immer wieder Eidechsen über den Weg, und auch diverse Vogelarten und Amphibien lassen sich hier beobachten. Anschliessend ist es Zeit für den Endspurt nach Romanshorn: Im Zielort quert der Wanderweg erst das Hafengelände mit seinen Restaurants, um später beim Bahnhof zu enden. 

www.thurgau-bodensee.ch
www.st.gallen-bodensee.ch

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